Das Vermächtnis

Wie sieht die Welt aus, die wir erleben wollen? Was wünschen wir künftigen Generationen? DIE ZEIT, das WZB und infas haben über 3.000 Menschen in Deutschland dazu befragt.

18.02.2016 · HP-Topnews · Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung

Foto: Anieto2k/IM Creator

Kennen wir uns eigentlich selbst? Wissen wir, was wir wollen, was wir schätzen an unserem Leben und was wir gerne nachfolgenden Generationen mit auf den Weg geben würden? Worauf könnten wir verzichten? Was ist uns wichtig? In welchem Verhältnis stehen für uns Beruf und Privates, persönliche Erfüllung und materieller Wohlstand, Selbstbestimmtheit und Familienwunsch? Was würden wir sofort hinter uns lassen, wenn wir ein zweites Mal auf die Welt kämen? Welche sinnlichen Eindrücke nehmen wir als Schatz mit in die Zukunft? All diese Fragen sind Thema der großen Vermächtnisstudie, welche DIE ZEIT, infas und WZB vor zwei Jahren gemeinsam initiiert haben. Über 3.000 Menschen in Deutschland sind für diese repräsentative Studie in einem persönlichen Interview befragt worden. Die Studie wurde am 17. Februar in Berlin vorgestellt.

Die Studie erfasst die Einstellungen, Normen und das Vermächtnis an weitere Generationen auf Gebieten von Familie über Erwerbstätigkeit, Nahrung, Gemeinschaft und Gesundheit und gibt umfassend Auskunft zu den Gesellschaftsentwürfen von Menschen zwischen 14 und 80 Jahren. „Die Einkommen liegen weit auseinander, die Vermögen noch mehr, der Zugang zu Bildung ist sehr ungleich verteilt, es gibt Unterschiede zwischen Ost und West“, sagt WZB-Präsidentin Jutta Allmendinger in einem Gespräch mit der ZEIT zur Studie. „Man könnte in vielerlei Hinsicht von einer gespaltenen Gesellschaft sprechen. Unter der Oberfläche aber, im Inneren, wenn es um die Werte und Normen geht, liegen die einzelnen Gruppen der Gesellschaft nah beieinander. Das ist Anlass für Hoffnung und politisches Handeln.“

Was die Erwerbsarbeit betrifft, so ergab die Umfrage eine hohe Empathie der Menschen ihrer Arbeit gegenüber: „Früher mag im Berufsleben das materielle Motiv im Vordergrund gestanden haben. Heute erfüllt die Arbeit auch einen immateriellen Zweck: Sie gehört im Empfinden der Deutschen zu einem erfüllten Leben einfach dazu“, so Allmendinger. Die Menschen arbeiteten nicht nur des Geldes wegen: Viele von ihnen „haben das Gefühl, keinen weiteren Besitz anhäufen zu müssen. Trotzdem wollen sie arbeiten.“ Das einst hinsichtlich der Arbeit vorherrschende Pflichtgefühl scheint passé: „Es gehörte sich einfach zu arbeiten, vor allem für die Männer. Heute hat die Pflicht als ausschließliches Motiv ausgedient“, resümiert Allmendinger eine zentrale Erkenntnis der Studie.

Hintergrundinformationen

Infos zum Studiendesign und einzelnen Bereichen

Video von der Presskonferenz mit Infos zur Studie

Kontakt

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Leiter des Informations- und Kommunikationsreferats
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