Artenvielfalt erforschen

Das Bild zeigt eine Mücke.

Ein Projekt sucht Freiwillige, die in und um Berlin auf Mückenjagd gehen. Das Blut der Weibchen soll Aufschluss über die Biodiversität in der Hauptstadtregion geben.

17.07.2019 · Lebenswissenschaften · Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung · News · Projekte

Das Berlin-Brandenburgische Institut für Biodiversitätsforschung (BBIB), ein Zusammenschluss von Forschungseinrichtungen mit Beteiligung des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW), untersucht den Einfluss der Verstädterung auf die Artenvielfalt in der Hauptstadtregion. Zu diesem Zwecke hat ein Forscherteam am Leibniz-IZW nun einen Ansatz für das Monitoring und die Kartierung der Tierwelt in und um Berlin getestet: die molekularbiologische Untersuchung des von weiblichen Stechmücken eingesaugten Bluts. Nach erfolgreichem Test sucht das BBIB nun Freiwillige, die in ausgewählten Gebieten in zwei Zeiträumen Mücken sammeln zwischen Juli und September. Anmeldeschluss für die erste Sammelgruppe ist der 15. Juli 2019, für die zweite der 10. August 2019.

Die Vorstudie für die „Mückenmethode“ wurde von Dr. Camila Mazzoni am Leibniz-IZW durchgeführt. „Das Blut, das weibliche Stechmücken einsaugen, kann man mit molekularbiologischen Methoden untersuchen und so herausfinden, an welchen ‚tierischen Opfern‘ die Mücken gesaugt haben“, so Mazzoni. „In der Vorstudie konnten wir aus acht verschiedenen Mückenarten schon fünf verschiedene „Opfer“ bestimmen: Rotwild, Damwild, Wildschwein, Fuchs und Amsel. Die Methode ist außerdem nicht-invasiv, weil die Mücken die Blutproben meist unbemerkt nehmen. Im Vergleich zu gängigen Methoden zur Biodiversitätsbestimmung wie Sichtungsmeldungen oder Kamerafallen-Fotos kann diese Methode mehr als „nur“ zur Artbestimmung beitragen: Die von den Mücken genommenen Blutproben kann man für genetische Analysen nutzen. Die Vorstudie zeigte auch, dass die verschiedenen Mückenarten sehr wählerisch in der Vorliebe ihrer Opfer sind und nach der Nahrungsaufnahme (dem Blutmahl) in der Nähe ihrer Opfer bleiben – wichtige Voraussetzungen für die Bestimmung der Artenzusammensetzung eines Ortes.

Damit dieser Ansatz des Biodiversitätsmonitorings erfolgreich ist, ist es wichtig, so viele vollgesaugte Mücken wie möglich in verschiedenen Regionen in grünen und bewaldeten Gegenden von Berlin zu fangen. Dafür sucht das Forscherteam im Sommer für zwei Zeiträume von 3-4 Wochen zwei Gruppen von Freiwilligen, die während ihrer Spaziergänge in Wäldern und Parks in von uns vorher ausgewählten Gegenden Mücken sammeln (Details zu den Sammelzeiträumen und Anmeldefristen s.u.). Die Bürgerforscher werden mit einem Netz Mücken aus den Bäumen schütteln, schauen, welche von ihnen Blut gesaugt haben (das kann man am Hinterleib erkennen), diese einsammeln und aufbewahren. Alle Mückenjäger bekommen dafür eine Ausrüstung, die sie am Ende des Projektes zusammen mit den gefrorenen Mücken wieder zurückgeben.

Sind Sie interessiert und möchten das Projekt unterstützen? Dann laden wir Sie nach erfolgter Anmeldung unter mueckenjaeger(at)izw-berlin.de zu einem Workshop ein, in dem Sie mehr erfahren und wir Ihnen zeigen, wie man Mücken fängt und aufbewahrt.

Mückenjäger Gruppe 1:
  • Anmeldeschluss 15. Juli 2019
  • Workshop: Samstag, 20. Juli, 10 - 12 Uhr im Botanischen Garten Berlin (freier Eintritt)
  • Sammelzeitraum: 20. Juli bis 15. August, mindestens zwei Besuche zu jedem festgelegten Ort.
Mückenjäger Gruppe 2:
  • Anmeldeschluss 10. August 2019
  • Workshop: Freitag, 16. August, 17:30 – 19:30 Uhr oder Samstag, 17. August, 10 – 12 Uhr (Datum wird durch Abstimmung der Freiwilligen bestimmt) im Botanischen Garten Berlin (freier Eintritt)
  • Sammelzeitraum: 17. August bis 15. September, mindestens zwei Besuche zu jedem festgelegten Ort.
Weitere Informationen und Kontakt

www.izw-berlin.de